Wir waren Helden

Wir waren Helden

Beitragvon Sveste » 21. Dez 2011, 14:43

Ja. Ich denke, wir waren Helden. Verstehen Sie, ich finde Heldentum kann sich auch in den kleinen, alltäglichen Dingen manifestieren. Muss es immer der strahlende, weiße Ritter sein, der die Prinzessin rettet? Oder neuzeitlicher, der Mensch, der sich heroisch in die Schusslinie eines Attentäters wirft? Der geistesgegenwärtig die Frau von den Schienen der U-Bahn Linie zieht, auf die sie gefallen ist. Natürlich sind dies Helden des Alltags. Aber auch nur, weil wir von Ihnen hören. In Zeitungen lesen. Regional oder Überregional. Vielleicht im Fernsehen in den Nachrichten vorkommen. Aber ich frage Sie, was ist mit den Tausenden von kleinen Dingen, die kleine Menschen überall tagtäglich vollbringen, Desaster verhindern und niemand erfährt es? Genau.
Diese Geschichte handelt von zwei Menschen. Und sie ist sogar wahr. Sie handelt von einem Minderjährigen und einem – ich nenne ihn mal, sehr einfachen Menschen.

Ich bin im Norden der Republik aufgewachsen. In einem kleinen Kaff, das nur dadurch beachtet wurde, weil es die Bundesstraße von Husum nach Flensburg durchschnitt, wie eine schlechte Blinddarmnarbe den menschlichen Körper.
Nur drei Dinge habe ich aus dieser Zeit noch wirklich in Erinnerung. Die kleine Gaststätte, in der diese berühmte, kleine Plattdeutsche Band Godewind übte. Zugegeben, nicht berühmt genug, um mit ihren Liedern in meinem Gedächtnis zu bleiben. Aber sie sollen gut sein (Immer noch).
Das andere ist das kleine Waldbad. Das fand ich total klasse. Es gab noch nicht mal einen Aufpasser. Nur ein kleines 25 m Becken, gefüllt mit kalten Wasser und ein kleines Kabäuschen, mit einer Kaffeuntertasse, auf die wir unsere 50 Pfennig hätten schmeißen müssen. Hätten wir denn einmal bezahlt. Viel interessanter war es, über den Zaun zu klettern und sich nicht erwischen zu lassen. Hier konnten wagemutige Dreizehnjährige Jungs noch wirklich den harten raushängen lassen.
Das dritte war die Neunzigjährige alte Bäuerin, die jeden Herbst ihr Holz für den Winter selber hackte.

Kleine Dörfer wie diese bringen es auch mit sich, egal wie spektakulär die Mutproben im Waldbad auch sein mochten, dass ein junger Mann sich schnell langweilte. Meine Abhilfe war die Arbeit bei einem Bauern im Dorf. Einem Schweinebauern. Ich bin mir heute bewusst, dass ich nicht wirklich eine große Hilfe war. Ich konnte halt die Drecksarbeit erledigen. Aber er war freundlich genug, um mich immer wieder mit kleinen Arbeiten zu beschäftigen. Dafür bekam ich dann von seiner Mutter abends eine leckere – nun nennen wir es Bauernmahlzeit. Damals war das noch opportun.
Auch durfte ich in den Ferien tatsächlich in einer kleinen Kammer auf dem Hof übernachten. Ich fühlte mich abends wie gerädert. Aber auch unwahrscheinlich gut. Daran erinnere ich mich.
Auch auf dem Hof lebte ein Mann, den man heutzutage wahrscheinlich als Knecht bezeichnen würde. Schon damals war diese Bezeichnung wohl nicht mehr zeitgemäß, aber ich denke, jeder kann sich diesen Menschen vorstellen. Aufgrund meines schlechten Gedächtnisses weiß ich nicht mehr, wie er hieß. Wollen wir ihn für diese Geschichte Klaus nennen. Das wird es tun.
Klaus muss damals schon Mitte Dreißig gewesen sein. Er war unheimlich nett. Wie auch langsam. Wenn Sie verstehen. Aber meine Erinnerung sagt, dass er ein fleißiger Arbeiter war und der Bauer ihn mochte und Klaus immer freundlich behandelt hat. Des Bauern Vater weniger. Er war eher von der alten Sorte. Die Person „Knecht“ hatte für ihn noch eine Bedeutung und so ging er auch mit Klaus um. Ich mochte den Alten nicht wirklich.

Es kam ein Abend, an dem ich gefragt wurde, ob ich ein wenig aufpassen könne. Es waren Ferien, ich durfte wieder in der kleinen Kammer schlafen und war somit eh auf dem Hof. Klaus natürlich auch. Der Bauer wollte mit seinen Eltern irgendwo hin. Keine Ahnung mehr. Nur, selbst um ein vielfaches älter als ich, hätte der Bauer Klaus nie alleine den Hof anvertraut. Der Alte schon gar nicht. Sie vertrauten mir und nutzen die Chance. Ich sagte zu. Und war stolz wie Oscar. Sie hatten noch nicht mal einen Fernseher. Das muss man sich mal vorstellen.
Es war mir egal. Schon in der Jugend habe ich viel gelesen und es genügte mir, in der Kammer zu liegen, zu lesen und so zu tun, als wäre es mein Hof. Ich würde ihn mit meinem Leben verteidigen. Zu meiner Verteidigung. Ich war 13 Jahre alt.

Irgendwann, es wäre vermessen zu sagen, ich wüsste noch wann, kam Klaus in die Kammer und bat mich, mit in den Schweinstall zu kommen. Irgendwas stimmte dort nicht. Ich selber hörte schon seit geraumer Zeit das Gequieke, machte mir aber nichts daraus. Nur weil ich sie ab und zu fütterte, hatte ich doch keinen blassen Schimmer von Schweinezucht oder von mir aus, von Schweinen selber.
Ich versuche ab hier die kurze Konversation nachzustellen, so gut ich kann nach 27 Jahren. Aber ich werde versuchen, die Geschichte so wahrheitsgemäß wiederzugeben wie möglich.

Klaus stand also in der Kammer und versuchte mich zu bewegen, mit in den Stall zu kommen. Etwas stimmte nicht. Einige der Eber in einer Box drehten wohl durch und würden eines der Tiere zu Tode beißen. Er wusste nicht, was zu tun. Nicht, dass ich es gewusst hätte.
Umso näher wir dem Stall kamen, um so lauter wurde der Geräuschpegel. Ich wusste ja, dass in den Boxen, oder wie man das nennt, immer fünf Tiere standen. Dies hier hörte sich an wie ein ganzes Rudel, das in eine Massenkeilerei verwickelt ist. Ich wusste bis dahin nicht, dass die friedlichen Schweine, die grunzend ihr Fressen verschlangen, so laut sein konnten. Von der Widerlichkeit der Geräusche mal abgesehen.
Als wir den Stall betraten, war die Situation klar. Auch ohne zu wissen, warum die Tiere so reagierten, wie sie es taten. Fakt war, die Eber in einer Box hatten sich einen ihre Kollegen ausgesucht, traten und bissen ihn, verletzten und malträtieren ihn.
Das Opfer rannte blutend und schreiend – ja, Schweine können Schreien wie kleine Kinder – durch die Box. Rannte gegen die Boxenmauern, prallte ab und fiel in den Schmutz, nur damit ihn ein weiterer Eber wieder in Füße biss. Bis dato wusste ich auch nicht, wie viel Kraft diese Tiere ausüben konnten.
Der Eber blutete aus zahlreichen Wunden, Fleisch fehlte an einigen Stellen, der Lärmpegel war enorm. Nicht nur, dass in dem Ring, in dem das Tier um sein Leben rannte, unfassbares Gebrüll herrschte, auch in den anderen Boxen bemerkten die Tiere natürlich etwas und schrien und quickten sich die Seele aus dem Leib.

Klaus und ich standen mit offen Mündern vor dem Szenario. Klaus weinte, das weiß ich noch. Nicht aus Angst, wie ich heute denke, sondern teils aus Mitleid und – okay, doch, Angst war auch dabei. Er war erfahren, seit Jahren auf einem Schweinehof. Theoretisch hätte er gewusst, wie man vorgehen muss. Nur, bis dato in seinem Leben hat ihm immer einer gesagt, was er tun sollte. Selbständiges Handeln war er nicht gewohnt.
Ich dagegen stand starr und gebannt und sah mir den ungleichen Kampf an.
Klaus stupste mich an. Tränen in den Augen.
„Wir müssen das Tier da rausholen“, sagte er.
Das war auch mir klar. Allerdings, wie ich schon sagte. Ich hatte und habe keine Ahnung von Schweinen, aber mein Kopf sagte mir, dass ich zu diesen Biestern garantiert nicht reingehen würde. Ich sah die Wunden, die sie mit ihren Beißern bei ihrem Kollegen anrichteten.
Das sagte ich ihm auch. „Bist du wahnsinnig. Die beißen uns tot. Willst du da wirklich rein?“
Er schüttelte den Kopf. Das war mir klar. Irgendwas musste unternommen werden. Ich war ehrlich gesagt leicht in Panik. Das Blut, der Gestank, das Toben der Tiere und der Krach. Ich kann mich noch erinnern, wie ich zitterte.
Trotzdem tat ich wahrscheinlich intuitiv das richtige. Die Boxen waren auch untereinander mit Öffnungen versehen, die man zur Seite schieben konnte, um Schweine von einer Box in die andere zu bringen. Ich öffnete besagtes Tor und sagte mir sofort, dass ist ein Fehler. Was, wenn die Schweine aus dieser Box sich jetzt auch auf das angegriffene Tier werfen würden. Klaus erfasste, was ich vorhatte und nahm einen langen, dicken Holzstab in die Hand. Den Stab drosch er den Tieren, an die er herankam so fest er konnte auf den Arsch. In der Hoffnung, sie in die andere Box zu treiben.
Lange Rede, kurzer Sinn, irgendwie hat es funktioniert. Nach dem das letzte Tier in die andere Box getrieben war, schloss ich das Tor wieder.
Ich kann mich noch an meine Irritation erinnern, als ich sah, dass die Tiere, eben noch wie Furien, sich sofort beruhigten. Jetzt grunzten sie nur noch vor sich hin. Der verletzte Eber aber schrie weiter.

Klaus sprang in die Box und ging zu dem Tier. Es versuchte sofort, ihn zu beißen. Er hatte Glück, dass die Beine des Schweins schon zu zerbissen waren, dass es nicht mehr aufstehen konnte. Überall war Blut. So stand er nur dort und schaute traurig den Eber an. Mir selber war klar, dass die Situation noch nicht überstanden war. Das Tier litt. Es würde sterben. Heutzutage, hey, kein Problem. Handy raus, Bauern angerufen und der wäre angerauscht und hätte die richtigen Maßnahmen ergriffen. Nur gab es noch keine Handys. Wir waren auf uns alleine gestellt. Ich sah nur eine Lösung.
„Klaus, lauf ins Haus und hol das größte und schärfste Messer, dass du kennst oder finden kannst“.
Sein Kopf ruckte rum, er sah mich mit großen Augen an. Natürlich wusste er, was ich vorhatte. Sein Vorteil war, dass er eine Aufgabe gestellt bekam. Er hatte etwas zu tun. Selbst wenn ich es ihm aufgetragen hatte. Er rannte los.
In der Zwischenzeit ging ich in die Box und schaute mir das Schwein an. Zugegebenermaßen ekelte ich mich vor dem Gestank und dem Blut, andererseits war ich aber auch fasziniert. Dies war immerhin mein erster Mordanschlag unter Schweinen und wie gesagt, ich war Dreizehn.
Dem Eber fehlte schon ein Ohr vollkommen. Das andere hing in Fetzen. Überall Bisswunden, teilweise waren tatsächlich Stücke von Fleisch herausgerissen worden. Es war genauso eklig, wie unglaublich. So eine rohe Kraft, diese Wildheit war mir bis dato noch nie untergekommen.

Klaus kam zurück gerannt. In der Box wollte er mir das Messer in die Hand drücken. Das Messer hatte ich schon mal im Stall gesehen. Große Klinge, der alte Holzgriff halb zersplittert. Man sah der Schneide an, dass sie schon Dutzende von Jahren immer wieder geschärft worden war. Aber sie erschien mir scharf, es würde genügen müssen.
Wieder Tränen bei Klaus, er schüttelte den Kopf.
„Ich kann das nicht, du musst das machen“.
„Nein, Klaus. Du kennst dich mit den Viechern besser aus. Schneid einfach die Halsschlagader durch, dann ist es vorbei. Das Tier leidet, mach schon.“
Das Messer in der Hand, machte er keine Anstalten es auch zu benutzen. „Der Bauer wird mich anschreien. Ich kann das doch nicht umbringen.“
Das schrille Quicken des Ebers machte mich wahnsinnig. Alles, was ich wollte war, dass er aufhört damit.
„Das Vieh stirbt sowieso. Erlös ihn. Ich erklär dem Bauern alles.“
Klaus sah mich unsicher an. Zum Glück ging der dann in die Knie und setzte das Messer an. Noch heute kann ich vor meinem geistigen Auge sehen, wie sehr ihm die Hände zitterten.
Es war brutal. Der erste Schnitt, den er zog, war nicht tief genug. Die Haut am Hals klaffte auseinander, Blut floss. Das Quicken wurde unerträglich. Das eine Bein, das noch funktionierte, zappelte wild hin und her. Klaus heulte wie ein Kind.
„Tiefer, du muss tiefer schneiden“. Ich schrie ihn an. „Wo ist die Scheiß Halsschlagader. Die musst du durchschneiden.“
Wieder setzte er an, wieder Schnitt er. Es sah wild aus. Im Grunde genommen, riss er das Messer nur hin und her ohne wirklich was zu erreichen. Wenigstens schien er irgendwann die Stimmbänder durchtrennt zu haben. Jedenfalls hörte der Lärm auf.
Klaus nahm dies zum Anlass, auch mit seiner Arbeit aufzuhören und kam hoch. Nur, das Tier war noch nicht tot. Das zappeln hörte nicht auf.
Mittlerweile war ich wirklich panisch. Ich meine, der Eber tat mir echt leid. Weder Klaus noch ich wollten ihn leiden sehen. Im Gegenteil wollten wir ihn ja sogar erlösen.
Mir war mir alles egal. Ich wusste jetzt auch, dass Klaus es nicht durchziehen würde. Ich nahm ihm das Messer aus den Händen und kniete mich in das Blut und die Scheiße und was weiß ich noch. Ich wusste nicht, wo die Halsschlagader war, aber ich dachte mir, dass sie auch irgendwo an der Seite sitzen würde. Hoffte es zumindest. Ich stieß das Messer kurz hinter dem Ohr tief ins Fleisch und zog so fest ich konnte von rechts nach links. Danach spritze nur noch Blut.

Wir saßen draußen auf einer Bank. Er rauchte und weinte leise. Ich saß dort und hoffte, dass die Entscheidung, die ich getroffen hatte, richtig war. Meine Hose war immer noch voller Blut und ich fühlte mich schuldig.
Schon von weitem sahen wir den alten Mercedes des Bauern auf uns zukommen. Er blieb vor uns stehen und tauchte Klaus und mich ins Scheinwerferlicht. Muss ein kurioses Bild gewesen sein. Beide voller Blut, Klaus mit hängendem Kopf und mich mit dem Riesen Messer, das ich vor mir in den Boden gerammt hatte.
Die Türen des Wagens flogen auf und der Bauer rannte förmlich die paar Schritte auf uns zu.
Ich erklärte den dreien, was vorgefallen war und welche Entscheidung wir getroffen hatten. Während des kurzen Gesprächs schaute Klaus nicht einmal hoch. Er hatte viel zu viel Angst vor einem Anschiss. Der alte Bauer hörte nur kurz zu und ging dann gleich darauf in den Schweinestall. Der Bauer selber hörte sich die ganze Sache an und fragte relativ wenig. Ich erzählte nichts von dem Schneidedesaster, sondern sagte nur, dass wir das Schwein erlöst hatten. Danach bedeutete er uns, ihm zu flogen. Klaus ließ fünf Schritte Abstand, als hätte er Angst in die Reichweite des Bauern zu kommen und Schläge zu beziehen.
Im Stall ging der Bauer zu seinem Vater. Beide knieten nieder und sahen sich das tote Tier an. Nachdem sie sich kurz unterhalten hatten, kam der Alte schwer wieder hoch, ging an mir vorbei und klopfte mir nur einmal, ohne etwas zu sagen, auf die Schulter. Klaus ignorierte er ihm vorbeigehen.
Dann kam der Bauer und sagte uns, dass wir alles richtig gemacht haben. Bei den Verletzungen hätte das Tier eh nicht überlebt. Wir hatten alles richtig gemacht. Heute weiß ich natürlich, die beiden waren erfahrene Schweinebauern. Sie haben ganz sicher das Gemetzel am Hals zu deuten gewusst. Aber damals sagte keiner der beiden etwas.

Warum behaupte ich jetzt, wir waren Helden? Klaus und ich. Nun, er war zurückgeblieben, ich fast noch ein Kind. Die Situation war brutal. Gehen Sie mal aus Spaß in einen aufgebrachten Schweinestall und schauen sich das Spektakel an. Wir mussten ein Tier töten und wussten beide nicht, wie so etwas geht. Selbst für Erwachsene eine Stresssituation und wir haben Entscheidungen getroffen. Und sie durchgezogen, wenn auch mit Schwierigkeiten. Ich möchte auch heute noch denken, dass wir dem Eber schlussendlich einen Gefallen getan haben.
Wir sollten vielleicht viel öfter mal an die kleinen Situationen denken, in denen schwierige Entscheidungen getroffen werden müssen. Funktioniert es, ist man ein kleiner Held. Ein Held des Alltags. Vielleicht sollten wir dies einmal viel mehr respektieren, als gleich los zu schimpfen und zu verurteilen.
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Re: Wir waren Helden

Beitragvon börnie » 22. Dez 2011, 00:08

Hey, ich hoffe, das war autobiografisch und du warst der Dreizehnjährige.Ich mag Autobiografisches, das Leben ist ein höchst beeindruckender und unübertrefflicher Autor.

Die Geschichte gefällt mir aus einigen Gründen, (obwohl das Frankfurter Würstl, dass ich beim Lesen gegessen habe, ist mir echt im Hals steckengeblieben. Sowas besteht ja zum Großteil aus Schweinefleisch. Ich glaube, ich will jetzt Vegetarierin werden :-/)

Die direkte Anrede des Lesers(Verstehen Sie ...) setzt einen spannenden und stringenten Erzählfluss in Gang, man ist voll involviert bis zu einem Höhepunkt, der so schockierend dramatisch ist, wie es sich für so eine Geschichte gehört. Auch der Ausklang ist stimmig und glaubhaft.

Die Sprache, eben weil diesmal nicht so betont schnoddrig und coolisch wie sonst, sondern ernsthafter, subtiler, kam bei mir gut an, (und doch: gewisse Redewendungen wie ... Blinddarmnarbe oder Mordanschlag unter Schweinen sind halt sooo Sven und haben mich zum Lachen gebracht, obwohls definitiv keine lustige Geschichte ist.)

Also, in anderen Worten, diesmal weniger sprachliche Effekthascherei zugunsten einer simplen, aber bestechend unmittelbaren und daher wahrhaftigen Ausdrucksweise.

Der letzte Absatz hätte nicht müssen sein, und insgesamt hätte ein bisschen Straffung und Kürzung nicht geschadet, aber what shalls. (Ich selbst war auch schon mal straffer als heute, und wie Garlin schon gesagt hat, für Community Wettbewerbe müssen die Erstversionen reichen ;))

Alles in allem ein sehr gelungener Text, den ich sicher nicht so schnell vergessen werde, und der auch das Thema voll getroffen hat.
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Re: Wir waren Helden

Beitragvon Sveste » 22. Dez 2011, 14:44

Danke schön, Börnie.
Ja, es ist autobiodingsbums. Die Situation gab es tatsächlich.
Ja. Man könnte straffen. Aber ich war gerade im Fluss. Und ich war froh, dass Ding überhaupt irgendwann fertig zu bekommen ...
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Re: Wir waren Helden

Beitragvon börnie » 22. Dez 2011, 15:41

Und genau diesen mitreissenden Fluss spürt man bei dem Text, mein Sohn würde sagen, "die Story kommt voll true rüber". Und wie gesagt, es gibt auch Texte, die sind superstraff und trotzdem leblos, zu konstruiert und eben untrue :-)

Daher 5 P von mir dafür. (Obwohl KrankFeiern imho Wir waren Helden vom künstlerischen, schreiberischen her überlegen ist (wo hat der Bursche nur so gut schreiben gelernt?), wirkt es neben deinem Text etwas konstruiert und blass. Man würde Dennis Protag fast mal so ein Erlebnis wie du es hattest wünschen, damit er aus seiner Lethargie rausgerissen wird und lernt, was echte Probleme sind :P )

Deine Geschichte ist aus sich heraus so stark und spannend, die hatte schreiberischen Schnickschnack nicht nötig, die brauchtest du nur so, wie sie war, niederzuschreiben.

Weil aber auf der anderen Seite genau dieser Schnickschnack beim Dennis so ein Lesegenuß war, kriegt der von mir 4 P.

Und jetzt bin ich gespannt, was der Bert fabriziert hat ... *
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Re: Wir waren Helden

Beitragvon Crimson » 4. Jan 2012, 13:50

Das du im Schreibfluss warst, merkt man vor allem dem Mittelteil an, besonders der Schilderung der Katastrophe und Lösung. Da ist die Geschichte spannend, schnell, intensiv, alles zusammen. Der letzte Absatz bringt einen dann wieder raus, liest sich wie eine Rechtfertigung des Autors, der sich heute selbst überzeugen muss, dass sein früheres ich etwas Heldenhaftes vollbracht hat. Diese Rechtfertigung ist aber wirklich nicht nötig, durch die Intensität der Geschichte versteht hoffentlich jeder Leser, wie sehr das Thema "Helden wie wir" getroffen ist. Ich würde also den letzten Absatz restlos streichen. Und vielleicht den ersten auch, den finde ich auch nicht unbedingt nötig.
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Re: Wir waren Helden

Beitragvon murkele » 4. Jan 2012, 22:34

Deine Geschichte ist sehr anschaulich, mitreißend geschrieben und hat mich gleich gepackt.
Allerdings wäre auch ich dafür, die Einführung sowie auch den erklärenden Schlussteil zu streichen - der Mittelteil steht für sich und das macht er richtig gut. :)
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Re: Wir waren Helden

Beitragvon Admin » 17. Feb 2014, 17:10

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Re: Wir waren Helden

Beitragvon Admin » 17. Feb 2014, 17:10

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