Schemainsky - Erklärung und erster Teil

Schemainsky - Erklärung und erster Teil

Beitragvon Sveste » 18. Jan 2011, 14:07

Ich denke, dieses Buch dauert länger - und ist mittlerweile öfters umgeschrieben worden - als Krieg und Frieden. Auch habe ich den Titel öfters geändert, als ne Profinutte den Schlüpper unten hat. Egal.
Ich versuche es nun noch einmal. Kapitel, für Kapitel. Um mich selber unter Druck zu setzen, füge ich die Kapitel hier ein. In der Hoffnung, noch vor der Rente fertig zu werden.

Also.

Alte Liebe - Kapitel 1: Delirium


Ich träume:
Ich sitze in einer Bar und bin umgeben von Schenkeln. Einige davon sind nicht mal mit restlichen Körperteilen verbunden. Es sind einfach nur Schenkel. Weiter hinten fliegen perfekte Brüste durch die Luft. Es sind auch Frauen da. Offensichtlich Brasilianische Tänzerinnen. Wunderschön aufgemacht in ihren Kostümen. Sie glitzern und funkeln am ganzen Körper. Zumindest besitzen sie alle Körperteile.
Ich habe mich entweder geirrt und es ist keine Bar, oder zumindest eine sehr billige, kann aber auch eine Diskothek sein.
Ich beschließe, dass es mir egal ist. Die Tänzerinnen sind zu schön anzusehen. Jetzt stellen sie sich in einer Art Spalier auf, jede tanzt an mir vorbei. Setzt sich auf meinen Schoß, drückt meinen Kopf an einen makellosen Busen. Ich atme einmal tief ihren Duft ein und sie zieht weiter. Die nächste kommt auf mich zu. Auf einmal bekomme ich Angst. Ich merke, dass etwas merkwürdig ist und komme sofort drauf. Es läuft keine Musik, das Ganze ist gespenstisch still. Die Discokugel wirft ihre bunten Spots auf lautlose Wände und Körper. Meinem eingeschlossen. Die nächste Tänzerin kommt. Sie stolziert auf mich zu. Sie lächelt. Freundlich. Auch ihr Körper ist makellos. Sie fasst mich an die Schultern und setzt sich auf meinen Schoß. Ihre Titten wippen vor meinen Augen. Dann kommt etwas Neues. Sie streichelt einmal freundlich mit ihrer Hand über meine Wange. Das haben die anderen noch nicht getan. Sie versucht auf den Stuhl zu steigen. Oder Sessel. Vorhin war es noch eine kleine Ledercouch. Es ist egal. Ihr rechtes Bein steht jetzt auf der Sessellehne. Jetzt ist es ein schwarzer Sessel, mit geschwungenem Kopfteil. Ihr linkes Bein stellt sich jetzt auf die andere Lehne. Ohne sich festzuhalten. Weit hinten in meinem Kopf sagt eine Stimme, dass dies alles mit vorhandener Gravitation nie im Leben zu Händeln ist, aber dann kommt ihr knappes Höschen, oder Trikotteil, keine Ahnung, wie das heißt, in mein Blickfeld. Ihr Becken kommt mich zu, noch näher. Wieder fällt mir die Stille auf und ich weiß nicht, ob mir das noch mehr Angst machen soll oder ich mich einfach auf den Kontakt, Gesicht versus Muschi, freuen soll ...

Aber es ist egal, ich wache nämlich auf. Ich öffne meine Augen und Schmerz lähmt mich. Als Kind habe ich tatsächlich mal versucht, mir beizubringen, erst auf zu wachen und dann die Augen zu öffnen. Ich glaube, ich habe das mal in einem Fernsehfilm gesehen. Der Schauspieler wurde entführt und überlistete dann seine Kidnapper, indem er aus seiner Bewusstlosigkeit aufwachte, aber weiter so tat, als würde er schlafen. Als die Entführer dann mal nicht aufpassten, sprang er auf, überwältigte sie und entkam. Ab diesem Zeitpunkt versuchte ich mir das auch beizubringen, für den Fall einer Entführung.
Was passierte:
Ich öffnete leicht meine Lieder und Sonnenstrahlen fielen wie brennendes Quecksilber auf meine Augäpfel, die sofort schmolzen. Die infiltrierte Gallertmasse wucherte weiter durch die Augenhöhlen in mein Stammhirn und das verdammte Acid legte sich um sämtliche Synapsen oder Gehirnwindungen. Keine Ahnung, wie die heißen.

Der Schmerz ist enorm, bringt mich fast um. Aber ich kann nicht schreien. Nicht mal stöhnen.
Das Phänomen ist mir bekannt. Leute, die sich z.B. einen Nagel durch die Handfläche treiben, schreien wie am Spieß. Trennt man sich die Hand gleich ganz ab, ist der Beteiligte oft merkwürdig ruhig und teilnahmslos. Schuld ist der sofortige und heftige Ausstoß einer großen Menge Adrenalin in diesem Fall. Die Nerven wissen, was gerade passiert, aber das Adrenalin hindert sie daran, dass Wissen an das Hirn weiterzugeben. Und Fakt ist, wenn das Hirn nichts mitbekommt, gibt es keinen Schmerz.
Aber irgendwo weiß mein Körper, dass etwas nicht stimmt. Warum auch nicht, er macht die Prozedur ein paar Mal pro Woche durch.

Ein weiteres Phänomen nach einer Nacht voller Alkohol. Die Lautstärke aller Dinge, die man in nüchternem Zustand nie wahrnimmt. Das Ticken eines Weckers, so laut als sitze man neben den HighToms von fucking Van Halen. Das Klingeln, das den guten, alten Big Ben von London aus direkt ins eigene Schlafzimmer transportierte und infernalisches Getöse durch die Schnecke im Ohr prügelt. Ohne Rücksicht auf Verluste. Auf die Gefahr hin, dass diese zerbrechlichen, kleinen, filigranen Knochenstücke, wie Hammer, Amboss und Steigbügel vollständig implodieren. Was sie bei mir gerade tun. Sie können dem Druck einfach nicht statt halten.
Ich gebe ihnen keine Schuld.

Ich öffne also meine Augenlider ein kleines Stück weiter und rolle mich auf die Seite. Weg von diesem Fenster und seinem verfickten Sonnenlicht.
Keine gute Idee. Sofort und ohne ich mich dagegen wehren kann, kämpfen sich ein paar Liter Bier und nicht weniger Schnaps meinen Hals hoch und ich kotze neben das Bett auf meine neuen schwarzen Schuhe, die ich erst gestern gekauft habe. Dunkelgelbe Soße. Stinkend wie die Hölle. Weil das alleine scheiße aussieht, gebe ich noch im zweiten Anlauf ein bisschen Galle hinterher.
Ich lasse mich hinterher fallen, mitten in die Gülle und kämpfe mich dann langsam auf. Etwas klebriges, feuchtes macht mich darauf aufmerksam, dass ich meine Hose von gestern noch anhabe.
Ich stehe schwankend in meinem Schlafzimmer und schreie den Schrank an. Frage das Drecksding, was ich gestern getan habe, wann ich nach Hause gekommen bin. Was sein Scheißschweigen mir sagen soll, ich weiß ich nicht.

Das Götz von Berlichingen ist gerammelt voll. Die Luft hinter dem Eingangsvorhang ist rauchgeschwängert – ach, scheiß auf Floskeln, es ist tiefster Nebel und es stinkt wie die Hölle nach Zigarettenrauch, altem Bier, Schweiß und Pisse.
Ich liege mit dem Kopf auf dem Tresen und der Barkeeper boxt mich in die Schultern.
„Karl, steh auf, du Arsch. Ist gleich Schluss hier. Beweg dich, du Wixer.“
Ich nehme den Kopf hoch und stelle fest, dass ich den Typen zweimal sehe. Klarer Fall, dass ich genug habe. Mein Kiefer tut auf der linken Seite leicht weh und ich reibe ihn.
Harry nickt. Er sagt: „Mach dir nichts draus, den anderen Typen hast du besser erwischt.“
„Was ist passiert“, frage ich. Harry lacht. „Er wollte dir erzählen, dass Hannover ein Scheisskaff ist und Nachtleben in einem Kafferdorf in Timbuktu viel mehr geile Weiber zu bieten hat.“
„Was habe ich gemacht?“, frage ich. Bescheuert eigentlich, ich weiß es doch eh.
Er sagt: „Na, als dir die Argumente ausgegangen sind, hast du ihm eine geknallt. Volle Linke. Einen hat er zurückgebracht, Respekt dafür. Dann hast du ihm den Arm umgedreht und ihn mit einem Tritt in den Arsch aus der Tür befördert. Wo wir schon bei Tür sind, hau jetzt ab, Karl. Es ist spät.“

Ich sitze in der Sansibar am Steintor. Es hämmert irgendwelche Musik. Ich kann nicht entscheiden, welche Stilrichtung es ist. Nur laut. Ich sehe fast nichts mehr. Manchmal erkenne ich einen Typen, oder eine Tussi, die mit dem Finger auf mich zeigt. Sie sagen irgendwas. Keine Ahnung. In meinen Ohren rauscht es. Ich winke mit meiner leeren Bierflasche Richtung Tresen. Ich schließe ein Auge und fokussiere mit dem anderen. Dadurch kann ich sehen, dass der Typ hinter der Bar mit dem Kopf schüttelt. Ich versuche, die leere Flasche in seine Richtung zu schmeißen, scheitere aber kläglich. Ich quäle mich von der Bank hoch und versuche die Tür, vier Schritte rechts von mir, in ihrer Mitte zu treffen.


Zuhause. Ich halte ich mich an der Wand fest, öffne meinen Gürtel und versuche, die Hose auszuziehen, ohne umzufallen. Danach wanke ich zwei Schritte zum Bett und nehme den Wecker in die Hand, um herauszufinden, wie spät es eigentlich ist. Es ist Neun Uhr zweiunddreißig. So eine Scheiße. Ich nehme das hässliche, giftgrüne Billigteil und schmeiße es gegen die Wand. Ich konnte sein hässliches Gepiepe nie leiden. Aber schon meine Mutter meinte damals, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Dafür Drei Euro ins Phrasenschwein.

Ich verließ irgendwann letzten Frühjahr meine Wohnung, um mit der Straßenbahn in die Dienststelle zu fahren. Warum auch nicht, das Scheißteil hält fast direkt vor meiner Haustür. Als ich um die Ecke komme, sehe ich die allmorgendliche Klientel vor der Haltestelle stehen. Die Typen, die vom Jobcenter in der Esplanade kommen und alle schwarz fahren. Meine Lieblinge, die Jugendlichen, die alle vor der Schule flüchten. Rentner, die vom Einkaufen beim Discounter kommen und die eine Haltestelle nach Hause fahren müssen. Ich wusste, ich konnte sie nicht ertragen. Nicht an diesem Morgen. Nicht ihre Gesichter, nicht ihre Gerüche. Schon gar nicht ihre Anonymität, die sie wie einen Deckmantel der Unschuld um ihre Schultern geschlungen hatten. Ich würde nicht mit ihnen in einer Bahn fahren können. Ich würde ihren Geruch nicht ertragen. Nach zwei Minuten würde ich ihnen in die Gesichter kotzen oder den ersten Jugendlichen, der über sein Handy die Bahn mit Musik berieselt, mit meiner Dienstwaffe erschießen.
Eine Zeitlang bin ich nach der Nachtschicht immer vom Bahnhof nach Hause gefahren. Jeden Morgen stieg dort ein Typ ein. Er stellte sicher, dass er der erste war am Einstieg, ganz vorne beim Fahrer. Dann stieg er die Stufen hoch und stellte sich an der anderen Seite gleich zwischen Tür und Fahrerkabuff. Mit dem Rücken zu allen anderen Fahrgästen. Ich wollte immer hinüber gehen und den Typen umdrehen, ihm dann schreiend, was für ein arroganter Bastard er ist, meine Faust in die Fresse dreschen.
Ich habe lange gebraucht herauszufinden, dass er nur die anderen Leute nicht ertragen konnte. Heute verstand ich ihn. Ich konnte nicht zu diesen Leuten in die Bahn steigen. Stattdessen zündete ich mir eine Zigarette an und machte mich auf den Weg Richtung Goethestraße, ich würde über das Steintor in die Arbeit gehen.
Ich kam an einem dieser türkischen Krämerläden vorbei und hörte schon von weitem Geschrei. Nicht unüblich, aber eine Spur gewalttätiger, als ich es gewohnt war. Ich lehnte mich also in den Türrahmen und schaute zu, wie ein junger Türke mit Dreitagebart mit dem Ladenbesitzer um ein paar Stangen Zigaretten rangelte. Ich war mir sicher, dass es kein normaler Einkauf war. Der junge Mann fuchtelte mit einem Klappmesser vor dem Gesicht des Alten herum und schrie irgendwas. Natürlich schrie der andere zurück. Dann sah der Ladenbesitzer mich, stutzte und ließ von den Zigaretten ab. Der Dieb drehte sich um, machte einen Schritt und bleibt dann stehen, als er mich wahrnahm.
Ich konnte sein Adrenalin riechen. Und seinen Schweiß. Er schrie mich an und natürlich verstand ich kein Wort. Das Messer kam mir weiter entgegen, er drohte mir. Dafür musste ich kein Türkisch verstehen. Ich lehnte immer noch im Türrahmen. Ich wusste, so wie ich aussah, versoffen und unausgeschlafen, würde er mich eher für einen übrig gebliebenen Nachtschwärmer halten, der gerade als letzter Kunde aus irgendeinem Puff kam. Er nahm mich nicht ernst. Also stellte er sich vor mich und machte so eine Machogeste. Sie wissen, Arme auseinander und nach hinten. Der Brustkorb raus. So eine Einladung: Hä, was willst du Penner. Ich habe keine Angst vor dir.

Das war der Moment, als meine Faust ihn voll erwischte. Ich konnte sehen, wie sein Nasenbein unter der filigranen Haut, die es überzog, förmlich zerbröselte und in Einzelteile zerfiel. Das, was vorher hart war, war nun eine weiche, formbare Masse. Blut und Schleim schoß aus dem, was vorher seine intakten Nasenlöcher waren.
Ich bin Linkshänder und versuche immer von vorne und leicht seitlich die Nase zu treffen. Kommt sie optimal auf, erwischen Zeigefinger und Mittelfinger zuerst die Nase und biegen sie leicht. Der Rest kommt hinterher, mit Glück geht auch noch der Wangenknochen mit durch, aber die Nase ist definitiv hin. Ich ziele nie direkt von vorne auf die Nase. Ich habe Angst, dem Gegner die Nasenwurzel in das Hirn zu treiben und ihn zu töten. Ein Bekannter, der auch Karate kann, sagte mir, dass das fast nicht möglich ist, aber Angst habe ich trotzdem davor.
Das Messer fällt also und der Typ lässt sich auf die Knie sinken. Mit so einem Zwischending von Jammern und Schreien. Der Ladenbesitzer kam lachend von hinten und trat ihm voll in die Nieren. Ich bedeutete ihm mit einer Geste, den Scheiß sein zu lassen. Wir mussten hier fertig werden, bevor wir zu viel Aufmerksamkeit erregten, also zündete ich mir eine Zigarette an und mit dem Ding zwischen den Lippen bückte ich mich leicht, fasste dem jungen Mann unter die Arme und wuchte ihn hoch. Er hielt mit beiden Händen seine Nase fest, Tränen schossen ihm aus den Augen, aber wenigstens hielt er den Mund. Ich puste ihm meinen Rauch und ins Gesicht und erzählte ihm, wie es weiter ging.
„Pass auf, es ist ganz einfach. Ich bin Bulle, weißt du und ich könnte dich jetzt mitnehmen und einsperren. Aber du würdest mir den ganzen Tag versauen, also würde ich vorschlagen, du verpisst dich jetzt ganz einfach und lässt dich hier in der Innenstadt nicht mehr blicken. Weil, wenn ich dich noch mal sehe, schleppe ich dich in einen der süßen, kleinen Hinterhöfe hier, schneid dir deine türkischen Eier ab und lass dich verbluten.“
Er schaute mir in meine, mit der Nacht überforderten, roten Augen und wusste, dass ich es so meinte. Er nickte und ich gab ihm einen Stoß in den Rücken. Er torkelte davon.
Der Ladenbesitzer dankte mir stürmisch und umarmte mich. Klopfte mir auf die Schultern. Er wollte mir irgendwas Gutes tun, griff einfach wahllos in ein Regal neben ihm und rammte mir diesen potthässlichen Wecker an die Brust.
Wir verloren kein Wort über die unverzollten Zigaretten.


Zuhause. Jetzt stehe ich hier, mit der Hose um den Knöcheln und einer vollgepissten Unterhose. In einer knappen halben Stunde muss in der Dienststelle sein. Selbst wenn ich nüchtern wäre, würde ich das so gut wie nicht schaffen. Außerdem ist Sonntag, Herrgott.

Mein Spiegelbild. Ich sehe einen Mittelalten Mann, zu lange Haare und zu viele Furchen im Gesicht. Ich sehe untrügliche Anzeichen von zu viel Alkohol. Ich sehe blutunterlaufene Augen und zu gelbe Zähne.
Um dem Anblick zu entgehen, öffne ich den Spiegelschrank und entnehme ihm zwei Paracetamol, die ich trocken einwerfe. Ich überlege kurz und lege meine Hand waagerecht vor meine Augen. Es bleibt bei einem kläglichen Versuch, die Hand ruhig zu halten. Also schließe ich die eine Tür des Spiegelschranks und schaue mich wieder an. Ich werde mich an einen Bart gewöhnen müssen.
Ich fokussiere das Spiegelbild. Bin ich das, der mich da anschaut? Tatsächlich? Wie habe ich es geschafft, da hinzukommen. Ich beschließe philosophisch: Mit harter Arbeit.
Das kann einfach alles bedeuten.

Ich könnte Seife gut gebrauchen und finde keine. Weder auf dem Waschbecken, noch darunter ist etwas zu finden. Im Spiegelschrank ist nur das Paracetamol. Scheiß drauf. Ich drehe den Wasserhahn auf und stecke meinen Kopf unter das kalte Wasser.
Es gibt Leute, die schwören auf kaltes Wasser beim Duschen morgens. Macht sie fit. Für mich sind das masochistische Wixer, die nur Geld sparen wollen. Kaltes Wasser auf meinem Kopf lässt mich psychodelische Erfahrungen machen. Halt nur ohne LSD. Lichterketten zerspringen vor meinem Auge. Das innere meines Schädels knirscht und knackt. Mein Herz bleibt kurz stehen und entschließt sich schließlich doch weiter zu schlagen. Heftig.
Als ich mit dem Kopf wieder hochkomme fällt mir zu spät ein, dass ich mich um ein Handtuch hätte kümmern müssen. Ich finde eines im Haufen mit der dreckigen Wäsche. Es stinkt und ist steif, aber es reicht, um mir die Haare trocken zu wischen.
Für mein Gesicht nehme ich ein Shirt. Ein wenig Eau de Cologne.

Ein sauberes Hemd und eine Hose. Das muss reichen.

In der Küche finde ich in einer alten Dose getrockneten Instant Kaffee. Er ist klumpig und schwarz, wie meine Lunge und riecht nach Bärenscheiße. Ich lasse etwas Wasser in die Tasse und halte den Tauchsieder hinein. Ich bin, glaube ich, der einzige unter Siebzigjährige, der auf dieser Scheißwelt einen Tauchsieder benutzt. Ich habe so einen alten Warmwasser Boiler über der Küchenspüle. Durch die wenige Benutzung ist das Ding von innen total schwarz. Ich habe vor Wochen den Deckel abgenommen und danach in die Spüle gekotzt. Also bin ich halt der einzige scheiß Mittvierziger, der so einen scheiß Tauchsieder benutzt.
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Re: Schemainsky - Erklärung und erster Teil

Beitragvon Lies » 20. Jan 2011, 13:35

Heiliger Strohsack, bleibt dieser Bulle Dein Protag, oder kommen da noch ein paar Normalos dazu.

Erinnert mich an die früheren Detektiv Geschichten..hab den Namen der Reihe vergessen - aber die las ich als 14jährige mit Begeisterung, da wurden auch immer Nasen zertrümmert, nur war da der Protag jemand, der nicht soff, weil er denken musste und die bösen Buben erwischen. Aber er hat sich pausenlos geprügelt.

Jetzt bin ich ja aus dem Alter, in dem ich sowas mit Begeisterung las, raus, kann aber noch erkennen, dass sowas durchaus noch seine Abnehmer haben wird.
Es sind ein paar Tippfehler drin ( Kleingeschriebenes ist groß geschrieben und ab und an wurde auch mal ein Wort vergessen, aber wo das war, weiß ich nicht mehr)

Als Serienheft kann ich mir das eher vorstellen, denn als Roman.
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Re: Schemainsky - Erklärung und erster Teil

Beitragvon Sveste » 20. Jan 2011, 14:49

Lies hat geschrieben:Heiliger Strohsack, bleibt dieser Bulle Dein Protag, oder kommen da noch ein paar Normalos dazu.



Och, eigentlich ist er ein Softie... aber das dauert ein bisschen, bis man das rausfindet *gg*
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Re: Schemainsky - Erklärung und erster Teil

Beitragvon Lies » 20. Jan 2011, 15:13

Denn werde ich wohl weiterlesen müssen, um herauszufinden, ob er in Jerry Cotton-Manier ein paar Körperteile zertrümmert.

Aber morgen erst, heute habe ich mein Soll erfüllt:-))

Lies
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Re: Schemainsky - Erklärung und erster Teil

Beitragvon Germaine » 28. Apr 2011, 13:53

Eine wenig voreingenommen (mit der Urfassung im Hinterkopf) hatte ich nicht unbedingt eine allzu große Steigerung erwartet, zumal ich ja die alte Fassung schon sehr gut fand.
Aber, gebe ich zu, es ist wirklich intensiver, erzählerischer, tiefergehender geworden.

Du brauchst Druck?
Kein Thema … *zwinker*
Jede Woche ein neues Kapitel hier rein, auf dass ich mich jeweils zum Wochenende dran laben kann.
Und nach vorsichtigen Hochschätzungen bist du dann im Sommer mit fertig. ;o)
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Re: Schemainsky - Erklärung und erster Teil

Beitragvon Lies » 28. Apr 2011, 15:01

Du siehst doch Germaine, dass er schon wieder einen kräftiger Erinnerungstritt braucht.

Nehmen wir gemeinsam Anlauf und dann kriegt er aber eins verpasst, dass es schallert.

P e n g...getroffen

zieh den Schuh wieder raus Germaine.
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