"Mein Vorgehen in 4,5 Sätzen"

"Mein Vorgehen in 4,5 Sätzen"

Beitragvon Crimson » 14. Aug 2010, 00:31

Lieber Leser,

einführend sollen Sie informiert werden, was Sie hier lesen können und von wem Sie es zu lesen bekommen. Dies fördert vielleicht Ihre Lust nach dem Folgenden - oder erspart Ihnen eine Enttäuschung.

Ich bin in der Mitte meiner 20er, schreibe vielleicht seit 10 Jahren. Noch weiß ich nicht, welches meine früheste Geschichte sein wird, die hier veröffentlicht wird. Vielleicht merkt man es am Stil, vielleicht auch nicht. Ich glaube nicht, dass mein Stil konstant besser geworden ist, ich glaube eher, dass er sich wellenförmig bewegt, er ist mal besser und mal schlechter. Außerdem richtet er sich stark nach den Autoren, die ich gerade lese. Nicht inhaltlich, aber...
nun gut, ich plagiiere. Lese ich King (und das tue ich), informiere ich meine Leser meist auf den ersten Seiten meiner Geschichten davon, was am Ende das unglaubliche Ereignis sein wird. Lese ich McEwan (auch das), schreibe ich lange in distanziertem Ton von tiefen Emotionen, in der Hoffnung, sie dadurch noch überwältigender zu machen. Würde ich Pilcher lesen (das noch nicht), würde ich wahrscheinlich lange Adjektivreihen horten und immer wieder die Schönheit meiner Settings hervorstreichen.

Ich denke, auf diese Art und Weise plagiiert jeder Autor, manche besser, manche schlechter. Ans Ziel kommt man damit wohl nie, aber man läuft in den Rängen, wenn man genug zusammengemischt hat, um es eigen klingen zu lassen.

Wie ich schreibe, kann ich schlecht beschreiben: Mal nüchtern sachlich von Dingen, die so nicht erzählt gehören, mal emotional von Dingen, die emotional sind. Worüber ich schreibe, möchte ich Ihnen auch noch eingrenzen:
Mich interessiert die Realität und ihre mögliche Grenze, die Wahrnehmung des Einzelnen und die Folgen, die daraus erwachsen können. Mich interessiert auch die Grenze zwischen Text und Handlung, zwischen der Illusion und deren Kenntlichmachung. Aus diesen Interessen sind teils verworrene Texte geworden, die sicherlich nicht Jeden interessieren werden.
Auch nähere ich mich immer wieder meiner persönlichen Biographie und damit der Grenze, wieviel Einblick ich in Momente meiner Erfahrung geben möchte. Jemand sagte mir mal, man schreibe besser über Dinge, die man erlebt habe. Ich glaube, das stimmt. Aber ich glaube nicht, dass das heißt, meine Person vor einem Publikum ausbreiten zu müssen. Außer, es wäre so interessant, dass es für Prosa tauge... aber mal ehrlich! Genau.

Ich neige übrigens meist zu übermäßiger Komplexität. Schon dieser Text ist zu lang und sagt wenig. Je nachdem, wie meine Selbsteinschätzung in gewissen Momenten ausfällt, wird er sich wohl ändern. Jetzt bleibt nur, viel Spaß zu wünschen und zu hoffen, dass Sie sich darauf einlassen.

Viel Vergnügen

Dennis Fassing
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Re: "Mein Vorgehen in 4,5 Sätzen"

Beitragvon Lies » 14. Aug 2010, 10:37

Klar lasse ich mich darauf ein, zumal einiges von dem, was hier gesagt wurde, auch auf mich zutrifft.

Über mein eigenes SCHREIBEN kann ich nur sagen, keine Ahnung, warum ich das wie mache, ich habe plötzlich das Bedürfnis, über einen ganz bestimmten Sachverhalt etwas - zumeist Satirisches - sagen zu müssen und das mache ich dann.

Wird zur Unterhaltung meiner Leser dann noch zu einer möglichst logischen Story verarbeitet und fertig.
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