Sachliche Performance

Hier bitte eure Lyrik rein

Re: Inspiration vs. Kopie

Beitragvon gnies.retniw » 13. Apr 2013, 11:28

Lieber Heffalump,

Heffalump hat geschrieben:
gnies.retniw hat geschrieben:Eine satirische Vorlage eines bekannten Künstlers zu nehmen, um daraus eine (eigene) Satire zu schreiben? Heißt das nicht den Teufel mit dem Beelzebub ... ?!

Hier verstehe ich ehrlich gesagt nicht, was Du damit sagen willst.


Damit möchte ich sagen, dass ich es merkwürdig finde, wenn jemand aus einer bereits vorhandenen Satire eine Satire erstellt. Denn die ursprüngliche Satire deckt (im besten Falle) ja bereits den Stoff ab.
Möchte jedoch nicht unerwähnt lassen, dass meine Aussage keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit hat.

Heffalump hat geschrieben:
gnies.retniw hat geschrieben:Phil Humor "schnappt" sich den klassischen Stoff des Fliegenden Holländers und macht daraus einen Krimi. DAS ist eigener Stil, wie ich finde. *wapitext* "schnappt" sich die "Sachliche Romanze", um seine eigenen Gedanken fließen zu lassen ...

Du machst ja selbst den Unterschied schon deutlich: Phil Humor (dessen Text ich nicht kenne) benutzt den Stoff, um etwas Eigenes daraus zu machen. Wapi tut das Gegenteil: Er benutzt (wenn auch recht nachlässig) die Form und vereinzelt die Wortwahl von Kästner. Nun liegt es im Wesen der Form (deshalb heißt sie so), dass durch sie der Stoff geformt und gestaltet wird, was maßgebend für den Eindruck, für die Wirkung ist, die ein Werk hervorruft, auch für die Stimmung, die es erzeugt. In der Hinsicht besteht nun keinerlei Beziehung zwischen den beiden Texten, noch nicht einmal die eines klaren, gezielten Kontrastes (denn nur dadurch, dass es "irgendwie anders" ist, entsteht noch kein Kontrast). Deshalb, und auch wegen des nachlässigen Umgangs mit der Form (der Rhythmus ist im Unterschied zur Vorlage von völliger Beliebigkeit, in Zeile 5-8 stimmt das Reimschema nicht), halte ich diese Anlehnung für einen Missgriff.


Deine (nunmehr) diffenzierte Kritik kann ich jetzt durchaus besser nachvollziehen.
Dennoch möchte ich zwei Gedanken wagen:
1. *wapitext* hätte den Hinweis auf Kästner weggelassen
2. dir wäre, so wie mir eingangs, das Original nicht bekannt.
Vermutlich müsste deine Kritik dann andere Aspekte in Betracht ziehen. Welchen Eindruck hätte der Text dann auf dich? Welche Wirkung hätte der Text dann hervorgerufen? Das frage ich mehr rhethorisch, quasi als gedankliches Spiel ...

Heffalump hat geschrieben:Jeder darf sich jeder Form bedienen, die ihm beliebt. Aber jeder muss sich dann auch an den Ansprüchen messen lassen, die diese Form an ihn stellt, und daran, wieweit er diesen Ansprüchen gerecht wird.


Ja? Ist das so?

Heffalump hat geschrieben:Es ist immer gut, das zu schreiben, was man kann. Es ist auch gut, sich gelegentlich an dem zu versuchen, was man (noch) nicht kann - dabei lässt sich lernen. Aber wenn es misslingt, ist es natürlich nicht gut, für das Ergebnis trotzdem Lob zu erwarten (dies auch in Erinnerung an BookRix seligen Angedenkens gesagt).


Glaubst du, dass *wapitext* LOB erwartet hat? Denn das, glaube ich, ehrlich gesagt nicht! Mich deucht, ihm geht es gerade NICHT um Lobhudelei, sondern um die Auseinandersetzung mit dem vorliegenden Text. Vermutlich empfand er deine (zuerst geäußerte) Pauschal-Kritik bzw. die Art der Kritik nicht allzu prickelnd ... Ist jedoch nur 'ne Vermutung ... ;)

Interessant finde ich diese Diskussion in jedem Falle, denn anhand der genannten Kritikpunkte der Autoren lässt es sich vorzüglich lernen!

Das meint Signe und grüßt herzlich alle Mitlesenden!
"Die Sonne der Kultur steht niedrig. Wen wundert's, dass Zwerge lange Schatten werfen"
Benutzeravatar
gnies.retniw
 
Beiträge: 47
Registriert: 02.2012
Geschlecht: weiblich

Re: Sachliche Performance

Beitragvon wapitext » 13. Apr 2013, 13:51

Lieber Jacob Nomus,

gleich, ob Parodie, Adaption oder Ideenanregung: meinem Verständnis nach ist entscheidend, dass getroffen wurde, was Erich Kästner ansprechen wollte: den melancholischen Pessimismus (bitte nicht über die von mir verwendeten Begriffe, allenfalls über das, was ich mit den Begriffen meinte, streiten) eines Paares, dessen Liebe erloschen ist. "Sie guckten in die Tassen - schweigend, denn es war vorbei." Wie vielsagend ist das Schweigen! Meines Erachtens ein Paradebeispiel für die These von Watzlawick: "In einer sozialen Situation ist es nicht möglich, nicht zu kommunizieren."
Ein wunderbarer Hinweis auf den Song von Purple Schulz, er gefällt mir ausnehmend gut. Wer sagt denn, dass es "Weltniveau" haben muss, entsprechend seine Kritikmaßstäbe anlegt, was wir engagierte Amateure im Internet herstellen?

Wochenendlich sonnig
wapi
wapitext
 
Highscores: 2

Re: Inspiration vs. Kopie

Beitragvon Heffalump » 13. Apr 2013, 15:36

gnies.retniw hat geschrieben:Damit möchte ich sagen, dass ich es merkwürdig finde, wenn jemand aus einer bereits vorhandenen Satire eine Satire erstellt. Denn die ursprüngliche Satire deckt (im besten Falle) ja bereits den Stoff ab.

Es geht aber in solch einem Fall vorrangig nicht um den Stoff, sondern um die Form - die ist es ja, die man sich borgt. Natürlich benutzt man sie, um einen anderen Stoff darzustellen, nicht denselben (das wäre ja überflüssig), nur darf, weil man sich selbst ja durch die Wahl dieser bereits vorhandenen Form entsprechend eingeengt hat, der eigene Stoff nicht völlig beziehungslos zum Original sein. Bei Deinem Gedicht sieht man das ja: Kästner schildert, grob gesagt, die von Geistlosigkeit und Intoleranz geprägten Zustände in Deutschland. Du schilderst, an seine Form angelehnt, vergleichbare Zustände bei BookRix. Die Stoffe sind also verschieden, aber miteinander verwandt, und was noch viel wichtiger ist: Die Haltung, die Du als Autorin einnimmst und mit der Du Deinen Stoff gestaltest, ist die gleiche wie bei Kästner. Deshalb ist die Wahl der Vorlage passend.

Anders bei Wapi: Kästner stellt sich neben seine Figuren, er nimmt sie ernst, er schildert, was ihnen widerfährt, von außen in einer bewusst einfachen, sachlich gehaltenen Sprache, der es aber gelingt, zwischen den Zeilen die ganze Beklemmung, Ohnmacht und Trostlosigkeit zu vermitteln, der sich die beiden plötzlich ausgesetzt sehen.
Wapis Haltung als Autor ist hingegen eine ganz andere, er stellt sich über seine Figuren, er nimmt sie nicht wirklich ernst (die Empathie, wie sie bei Kästner zwischen den Zeilen greifbar wird, fehlt hier völlig), er bekundet ihnen in jeder Zeile seine Geringschätzung (ganz besonders in der letzten), er tut dies in einer Sprache, die teils grob, teils gesucht und ungleich wortreicher ist als bei Kästner, einer Sprache, die man so bei ihm nie und nirgends finden wird. Dadurch, dass aber trotzdem sprachliche Versatzstücke von Kästner benutzt werden, wird das Ganze zu einer Verballhornung, die gerade bei diesem Gedicht besonders unangemessen ist (nicht alle Gedichte von Kästner sind ja gleich gut, es gibt durchaus auch schwächere, bei denen man so etwas vielleicht eher nachsehen könnte).

gnies.retniw hat geschrieben:1. *wapitext* hätte den Hinweis auf Kästner weggelassen
2. dir wäre, so wie mir eingangs, das Original nicht bekannt.
Vermutlich müsste deine Kritik dann andere Aspekte in Betracht ziehen. Welchen Eindruck hätte der Text dann auf dich? Welche Wirkung hätte der Text dann hervorgerufen? Das frage ich mehr rhethorisch, quasi als gedankliches Spiel ...

Nun ja, die Frage "Was wäre, wenn...?" ist immer etwas akademisch, ich kenne das Gedicht nun mal schon seit meiner Kindheit. Und wenn nicht? Die formalen Mängel und die sprachliche Uneinheitlichkeit würden mir natürlich genauso auffallen. Und letztere würde mir wahrscheinlich trotzdem die Vermutung nahelegen, dass hier ertwas entlehnt wurde. Das ist ja bei Wapis anderen beiden Texten auch so, ich kann dort zwar keine Quellen identifizieren, aber auch sie erwecken deutlich den Eindruck, als seien sie - sagen wir es positiv - von anderen Autoren stark beeinflusst.
Aber wie gesagt - die Frage ist rein akademisch.

gnies.retniw hat geschrieben:
Heffalump hat geschrieben:Jeder darf sich jeder Form bedienen, die ihm beliebt. Aber jeder muss sich dann auch an den Ansprüchen messen lassen, die diese Form an ihn stellt, und daran, wieweit er diesen Ansprüchen gerecht wird.


Ja? Ist das so?


Ja, sicher. In der Wahl Deiner Form bist Du frei. Hast Du sie aber einmal gewählt, so entscheidest Du damit automatisch über den Maßstab, der an Dein Werk anzulegen ist (zu allererst natürlich von Dir selbst). Genügt das Ergebnis diesem Maßstab nicht, musst Du Dir entsprechende Kritik gefallen lassen, sofern Du es veröffentlichst. Also: Ja, das ist so.
Benutzeravatar
Heffalump
 
Beiträge: 516
Registriert: 07.2010
Geschlecht: männlich

Re: Sachliche Performance

Beitragvon Joringel » 13. Apr 2013, 17:59

Hallo ihr Schreiberlinge, vor allem Heffalump und Lies.

Eben diese Art von Diskussion, die sich mit dem Zerpflücken von Texten und dem Beurteilen von Inhalt, Form und eventuell sogar von dem, was der Autor letztlich meinen könnte oder nicht, ist es, die ich vermeiden wollte, bei meinen Texten am liebsten gar nicht gesehen hätte. Ich verstehe davon nichts und konnte vor allem Heffalump manchmal auch nicht bei seiner Argumentation auf Anhieb folgen.
Schreiben, nur weil es Spaß macht, ohne irgendetwas davon an ein "Zielpublikum" zu richten, verliert seinen Reiz, wenn über den Text "professionell" diskutiert wird.
Deshalb überlasse ich das Feld gerne denjenigen, die es fachmännisch können. Ich schrieb schon einmal, duskutieren nützt nichts, wenn Welten zwischen dem liegen, was der Autor als Lebenshintergrund hat und dem, was ein Leser einbringt (erst Recht, wenn die Kluft zwischen Amateur und Profi besteht). Es ist eben besser, jeder bleibt in seinem Metier, bei seinen Leisten.
Ich will es mal so verdeutlichen: Stünde ich auf der Bühne und hätte Heffalump bei einer zu spielenden Theaterszene als Beurteiler, wäre meine Hose gestrichen voll. Säße er im Beobachtersitz meines Jahrzehnte langen "Arbeitsgerätes", während ich ihm die technisch möglichen Grenzen desselben demonstrierte, würde sicherlich nicht nur seine Hose "voll" sein, sondern auch sein Magen leer.

Liebe Lies, ich erinnere daran, dass ich halbe Sachen ganz und gar nicht mag. Deshalb bleibe ich auch nicht als Leser hier, der sich an Scriptathlon beteiligt. Ich hoffe doch, du verstehst das.

Alles Gute für euch alle
Joringel
Joringel
 
Beiträge: 111
Registriert: 02.2012
Geschlecht: männlich

Re: Sachliche Performance

Beitragvon wapitext » 13. Apr 2013, 18:56

Lieber Joringel,

bleib doch einfach hier, um Deine Ergebnisse zu präsentieren. "Schreiben, nur weil es Spaß macht, ohne irgendetwas davon an ein "Zielpublikum" zu richten," das ist doch phantastisch! Wo Du auch hingehst, der Rotstift wir Dir überall in Deine Texte gewofen werden.

Schreib was. Zeig was.

Sehr herzlich
wapi
wapitext
 
Highscores: 2

Re: Sachliche Performance

Beitragvon gnies.retniw » 13. Apr 2013, 20:03

Geschriebenes, wenn es denn veröffentlicht wird, in welcher Form auch immer, soll ZWEI Seiten Spaß machen: Dem, der es geschrieben hat und dem, der es liest.

Hier bei *wapitexts* Text bin ich Leser ... Und egal, wie gut oder wie schlecht *wapitext* literarische Formen und/oder Normen getroffen hat ... ICH als Leser bin erreicht worden. Mir gefällt der Text, ich habe darüber nachgedacht, auch kurz geschmunzelt ... Das kann ich nicht oft von Texten sagen, die ich auf Autorenportalen zu lesen bekomme ...

Dennoch verstehe ich (auch) den Kampf um Qualität, weil eben jeder schreibt. (Gerade auf Autorenportalen ist es ja üblich ...) Da kommen mir gerade weitere Fragen: Island ist ein Land, in dem jeder Einwohner mindestens eine Geschichte schreibt in seinem Leben ... So sagt man ... Sind die Isländer jetzt außergewöhnliche Dichter? Oder sind die Kritiker weniger kritisch? Oder geht es dort um etwas ganz anderes? (Ist wieder einmal rhethorisch, gell ...)

Lieben Gruß von Signe
"Die Sonne der Kultur steht niedrig. Wen wundert's, dass Zwerge lange Schatten werfen"
Benutzeravatar
gnies.retniw
 
Beiträge: 47
Registriert: 02.2012
Geschlecht: weiblich

Re: Sachliche Performance

Beitragvon Heffalump » 13. Apr 2013, 20:51

Lieber Joringel,

unter den Voraussetzungen, die Du nennst, finde ich Deinen Schritt zwar trotzdem bedauerlich, aber er ist sicher konsequent. Denn: "Schreiben, nur weil es Spaß macht, ohne irgendetwas davon an ein "Zielpublikum" zu richten" - das ist auf einer Autorenplattform gar nicht möglich. Alles, was dort veröffentlicht wird, richtet sich damit automatisch an ein Zielpublikum, nämlich die Mitglieder dieser Plattform, die naturgemäß nicht zu dem Zweck gegründet wurde, sich über eingestellte Texte auszuschweigen, sondern um darüber zu sprechen und sich auszutauschen - jeder nach seiner Art.

Alles, was öffentlich gemacht wird, sei es auch in einem kleinen Rahmen wie diesem hier, setzt sich damit einer öffentlichen Beurteilung aus. Das liegt im Wesen der Sache und ist nicht zu vermeiden, soll auch gar nicht vermieden werden, denn gerade darin besteht ja, wie gesagt, der Sinn einer Einrichtung wie Scriptanova.

Noch kurz zu Deinem Beispiel (ich weiß, es dient nur der Anschauung und ist deshalb nicht auf die Goldwaage zu legen): Ob Du gelegentlich eine Bühne betrittst, weiß ich nicht, und wie ich Dich in dem Fall bewerten würde, wenn ich Dich sähe, kann ich auch nicht wissen. Aber ich kann Dir versichern: Es fiele mir nicht im Traum ein, mich auf den Beobachtersitz Deines Arbeitsgerätes zu begeben. Denn ich finde, was man weder kann noch will, das soll man einfach lassen.

Ich wünsche Dir alles Gute!
Benutzeravatar
Heffalump
 
Beiträge: 516
Registriert: 07.2010
Geschlecht: männlich

Re: Sachliche Performance

Beitragvon börnie » 13. Apr 2013, 21:10

Für mich triffts Jacobs Post gut, der Unterschied zwischen unterhalten oder berührt sein ...*

Mir reicht gut unterhalten sein hier im Grunde schon, wenn ich was Anspruchsvolleres lesen will, suche ich nicht unbedingt zuerst in einem Hobbyautorenportal danach. (Zuletzt hat mich zB Wolf Haas mit seiner "Verteidigung der Missionarsstellung" begeistert.)

Umso erfreulicher ist es dann aber auch, wenn in so einem Portal trotzdem ab und zu eine "Perle" zu finden ist. Das war hier auf SN übrigens gar nicht so selten der Fall.

Kästners Original finde ich erstaunlich und hinreißend. (Ich kannte es nicht.Und obwohl ich von Lyrik keine Ahnung habe, kann sogar ich erkennen, dass es so etwas wie vollkommen ist. Schöne Sache, schön zu lesen, das.)

(Ich frühstückte übrigens heute frei nach Kästner.Ich saß morgens schweigend und rührte meinen Kaffee und konnte es nicht fassen, dass ich SCHON WIEDER das ganze Wochenende arbeiten muss ... :( )

@Joringel

Ich finds auch schade, du hast gut zu uns gepasst. Aber du scheinst halt wirklich mehr der Entweder-Oder Typ zu sein und nicht so sehr der Sowohl als Auch Typ, gö? :P

Ich wünsch dir auf alle Fälle alles erdenklich Gute, es war schön, dich hier kennengelernt zu haben.
Benutzeravatar
börnie
 
Beiträge: 1297
Registriert: 08.2010
Geschlecht: weiblich

Ahnung von Etwas

Beitragvon gnies.retniw » 14. Apr 2013, 08:22

börnie hat geschrieben: ... [...] Und obwohl ich von Lyrik keine Ahnung habe, kann sogar ich erkennen, dass es so etwas wie vollkommen ist. Schöne Sache, schön zu lesen, das.)


Liebe Börnie,

da komme ich gerne mit dem (ausgelatschten) Spruch: "Ich bin kein Huhn, dennoch weiß ich, ob das Ei gut oder schlecht ist." (Dieser Spruch ist in seiner Verallgemeinerung etwas anmaßend, ich weiß.)

Als ich hier bei Skriptanova landete, las ich bereits damals von dir das Argument, du hättest keine Ahnung von Lyrik. Mich verwundert(e) dieses. Denn auch ich habe keine Ahnung von Literatur/Lyrik, weil ich weder Germanistik oder derlei studiert habe. Ein Leser bin ich, der viel liest und der sagen kann, ob's gefällt oder nicht, bzw. ob mir der Text zusagt oder nicht. Sicher haben sich die/meine Kriterien im Laufe der Zeit geändert, aber wissenschaftliche waren da nie bei. Und deshalb frage ich: Ist man denn weniger kompetent, weil man sogar erkennen kann, dass etwas vollkommen oder schön ist? Ich denke: Nein! Es sei denn, dieses Kriterium ist das einzige, welches hier zählt ...

Lieben Gruß von Signe
"Die Sonne der Kultur steht niedrig. Wen wundert's, dass Zwerge lange Schatten werfen"
Benutzeravatar
gnies.retniw
 
Beiträge: 47
Registriert: 02.2012
Geschlecht: weiblich

Re: Sachliche Performance

Beitragvon gnies.retniw » 14. Apr 2013, 08:35

Heffalump hat geschrieben: ... Denn: "Schreiben, nur weil es Spaß macht, ohne irgendetwas davon an ein "Zielpublikum" zu richten" - das ist auf einer Autorenplattform gar nicht möglich. Alles, was dort veröffentlicht wird, richtet sich damit automatisch an ein Zielpublikum, nämlich die Mitglieder dieser Plattform, die naturgemäß nicht zu dem Zweck gegründet wurde, sich über eingestellte Texte auszuschweigen, sondern um darüber zu sprechen und sich auszutauschen - jeder nach seiner Art.

Alles, was öffentlich gemacht wird, sei es auch in einem kleinen Rahmen wie diesem hier, setzt sich damit einer öffentlichen Beurteilung aus. Das liegt im Wesen der Sache und ist nicht zu vermeiden, soll auch gar nicht vermieden werden, denn gerade darin besteht ja, wie gesagt, der Sinn einer Einrichtung wie Scriptanova.


Lieber Heffalump,

deiner Aussage, dass mit der Veröffentlichung von Texten auf einer (welcher auch immer) Autorenplattform allgemein und abstrakt auch ein (Ziel)Publikum angesprochen wird, stimme ich zu. Auch dass damit eine öffentliche Beurteilung einhergeht, egal in welche Richtung, ist somit zu erwarten.

Deinem ersten Satz "Denn: "Schreiben, nur weil es Spaß macht, ohne irgendetwas davon an ein "Zielpublikum" zu richten" - das ist auf einer Autorenplattform gar nicht möglich." möchte ich jedoch widersprechen und behaupten: Doch DAS ist möglich! Denn genau diese Erfahrung habe ich gemacht. So stellte ich bei BX mehrere Essays ein. Eines davon wurde weder angeklickt, noch gelesen, dennoch hatte ich beim Schreiben und der Recherche unendlich viel Freude und Spaß. Was ich sagen will, ist dies: Ich schreibe nicht für andere, sondern FÜR MICH! Wenn jemand etwas mit meinen Texten anfangen kann oder seine Gedanken dazu mitteilt, freut es mich; aber zwingend ist es nicht!

Lieben Gruß von Signe
"Die Sonne der Kultur steht niedrig. Wen wundert's, dass Zwerge lange Schatten werfen"
Benutzeravatar
gnies.retniw
 
Beiträge: 47
Registriert: 02.2012
Geschlecht: weiblich

VorherigeNächste

Zurück zu "Lyrik"

 

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron