Fieber

Fieber

Beitragvon murkele » 20. Jan 2011, 01:40

Es gibt sie tatsächlich - Geschichten, die nicht durch eine Themenvorgabe entstanden sind, sondern einfach in meinen Kopf purzelten.
Voilà:



(Da Issuu heute nicht so wollte wie ich, gibt es die BX-Version.)
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Re: Fieber

Beitragvon Lies » 20. Jan 2011, 12:55

Sehr gut Claudia, das Gefühl völliger Ermattung kennt wohl jeder, nur bleibt er dann im Bett, weil zum Glück jemand da ist, der zu Kühlung verhilft und zur Versorgung.

Dies hier ist endgültig, ausweglos, es wird auch nicht wirklich Hilfe gesucht, Kühle verspricht allein der Tod.

Klasse geschrieben.

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Re: Fieber

Beitragvon Heffalump » 20. Jan 2011, 20:57

Das richtig furchtbar Schlimme gleich vorweg: Das antiquierte "vermeint" - leider(!) eines Deiner Lieblingswörter - ist ein Stolperstein, es hemmt die Dynamik des Textes an dieser Stelle, und man sehnt sich nach einem schlichten "meint" oder "glaubt".
Davon abgesehen: Ein erbarmungslos voranschreitender Text, der einen von vorn bis hinten nicht loslässt. Der Protagonist scheint hie und da zur Ruhe zu kommen, die Geschichte selbst kommt nie zur Ruhe und reißt auch ihn immer weiter mit, nicht nur den Leser, bis zum Schluss, als endlich ein freundlicher Tod den Frieden bringt.
Die Sprache findet eine gelungene Synthese zwischen allmählich sich steigernder Dynamik und dennoch genauer und anschaulicher Beschreibung.

Sehr gute Erzählung. Hab' fast nix zu meckern. Nur dieses "vermeint"... - nä!
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Re: Fieber

Beitragvon Crimson » 4. Feb 2011, 01:21

Das schöne an diesem Text ist meiner Meinung nach, dass er auch völlig realistisch gelesen werden kann und es hier um einen Menschen geht, der eine starke Krankheit und schweres Fieber hat, was seine Wahrnehmung erklären würde. Die Person am Ende kann natürlich als der Tod oder eine seiner Repräsentationen gelesen werden, aber genausogut auch als ein Mensch, der einfach keine Hilfe leistet, oder vielleicht auch schon den Toten findet und weg geht, um Hilfe zu rufen. Wer die Figur letztlich am Ende findet, bleibt ja offen. Gut und schnell geschrieben, beim ersten lesen vielen mir auch keine schwereren sprachlichen Mängel auf, die Zeit für ein Close Reading muss ich im Moment leider in weit trockenere Texte investieren.
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