Schemainsky - Zweites Kapitel

Schemainsky - Zweites Kapitel

Beitragvon Sveste » 18. Jan 2011, 14:15

Lärm

Ausgestattet mit einer viel zu dünnen Jacke für diese Jahreszeit, verlasse ich das Haus. Vor der Tür zünde ich mir eine Zigarette an. Es ist kalt, aber die frische Luft wird vielleicht den Alkohol aus meinem Kopf vertreiben. Ich ziehe den Mantelkragen hoch. Scheißegal, wie prollig das aussieht. Ich stecke die Hände in die Manteltasche, lasse die Kippe einfach im Mund hängen. Eine billige Mischung aus Columbo und Lucky Luke. Obwohl Lucky Luke scheiße wurde, als er aufhören musste, zu rauchen und immer diesen dämlichen Grashalm in der Fresse hatte.
Kein Wunder, dass die Daltons ihn nie ernst nahmen.
In meinem Kopf spielt sich folgendes ab:
Kauf dir Mentholbonbons. Du stinkst wie´n Pferd aus dem Arsch.
Erkundige dich, ob du den Sack von gestern Abend schwer erwischt hast und ob jemand Anzeige erstattet hat. Kauf dir Mentholbonbons.

Ich schleppe mich durch Straßen. Eigentlich tue ich das nach Möglichkeit den ganzen Tag und auch noch gerne. Gehe durch mein Viertel, wie ich es nenne. Die alte Innenstadt, links von mir das Steintor. Vor mir irgendwo die Einkaufsmeile und Kröpcke, dann der Bahnhof. Um mich herum Punker, Nutten, Taschendiebe und Penner. Die Normalos sehe ich gar nicht. Ich ignoriere sie ständig. Ich sehe nur vermiefte Kleinkneipen, Puffs, Döner- und Krämerläden, in den gedealt wird. Glücksspielhallen, auf deren Hockern Besoffene ihren Rausch ausschlafen und rotäugige Glücksspielsüchtige, die den letzten Fünfziger ihrer Miete in den Automaten schieben. Sie wissen genau, dass jetzt, in dem Augenblick, diese verfickte Maschine endlich die große Serie geben wird und sie nicht pleite nach Hause müssen. Dort wartet die Ehefrau. Sie wird fragen, wo sie waren, seit sie gestern das Haus verlassen haben. Sie wollten zur Bank gehen, die Miete überweisen. Die Frauen werden schreien und kreischen. Einige werden handgreiflich werden. Andere kriegen selber auf die Fresse. Aber alle von ihnen werden im nächsten Monat denselben Fehler begehen und ihre Männer zur Bank schicken.

Der Lärm auf der Straße ist unerträglich. Ich hasse Autofahrer. Mein Kopf schmerzt. Bei jedem Hupen zuckt mein linkes Auge. Der Geschmack in meinem Mund ist selbst für mich fast zu viel. Mein Körper zittert. Keine Ahnung, ob vor Kälte oder ob schon Entzug auftritt. Ich zünde mir eine weitere Zigarette an. Egal, ein Bier würde mir helfen, aber ich weiß, dass ich mindestens vor Mittag keine Chance bekommen würde. Ich bin schon fünfzehn Minuten zu spät.

Meine kalten Finger brechen fast bei dem Versuch, die richtigen Nummern in das elektronische Pad zu hacken, ab. Beim dritten Versuch schaffe ich es. Im Eingangsbereich ist es wenigstens ein wenig wärmer. Ich nicke der jungen Kröte hinter der Panzerglaswand zu und der Mistkerl ignoriert mich. Ich nehme es ihm nicht übel. Ich bin einer der alten und nutzlosen Säcke. Er, der intelligente und anpassungsfähige Jungspund könnte viel mehr erreichen, als ich.

Ich bin zweiundzwanzig Jahre alt, habe eine beschissene Lehre zum Einzelhandelskaufmann hinter mir und den Grundwehrdienst bei der Bundeswehr. Ich versuche bei der Bundeswehr als Feldjäger unter zu kommen. Sie wollen mich nicht. Angeblich keine Posten dort frei. Also zeige ich ihnen den Finger. Mein Vater kennt jemanden bei der Polizei. Trotz eines beschissenen Abschlusszeugnisses an der Schule nehmen sie mich. Ich freue mir fast den Arsch ab. Ich mache also so etwas wie eine zweite Lehre, in der Hoffnung, dass ich im Dienst bleiben darf. Ich komme mir vor wie bei der Scheiß Bundeswehr. Es fehlt nur, dass ich nicht die Autos der Ranghöheren waschen darf. Du wirst gefickt, wo es nur geht und hast die Schnauze zu halten. Mir ist es egal, ich freue mich trotzdem. Ich sehe eine glorreiche Karriere vor mir. Einen erster Dämpfer, und Ausblick auf zukünftiges, bekomme ich, als ich als Kanonenfutter bei einem Spiel von Hannover 96 gegen Braunschweig in der ersten Reihe stehen darf. Hannover gewinnt und nach dem Spiel war die Hölle los. Die Fans sind mit Knüppel auf uns los. Als ich an dem Tag wieder zu Hause war, habe ich die ganze Nacht geflennt. Aber das war Kinderkacke. Im Frühjahr darauf dürfen wir zur Unterstützung der Kollegen zu den Mai Krawallen nach Hamburg. Ich habe seitdem persönlich nichts Schlimmeres gesehen. Nach 24 Stunden habe ich einen gebrochenen Fingerknöchel, einen verstauchten Fuß, mein Gesicht sieht aus wie Matsch. Meinen Rippen schmerzen alle höllisch, vom Reizgas brennen meine Lungen. Ich bekomme einen Nervenzusammenbruch und schreie in den Katakomben irgendeiner Hamburger Polizeiwache wie ein Gestörter. Die Kollegen stecken mich in eine Zelle, bis ich mich beruhige.
Wir bekommen zwei Tage frei und als ich in Hannover wieder zum Dienst erscheine, bekomme ich von meinem Vorgesetzten einen Riesenanschiss. Nicht nur die Kollegen in Hamburg haben sich über mich beschwert, irgendein scheiß Fernsehsender hat einen Bullen gefilmt, wie er mit einem Schlagstock auf einen Punker eindrischt. Angeblich bin ich es. Ich habe keine Ahnung, ob es wahr ist. Vielleicht. Wahrscheinlich.


Ich gehe zum Aufzug und will in den zweiten Stock fahren. Wie fast immer ist dieses Drecksteil kaputt. Das sagt zumindest das Schild, das am Knauf der Tür hängt. Ich trete gegen die Tür. Drecks-verfickter-Scheiss-Aufzug. Ich stutze und horche. Irgendeiner schreit wie ein Irrer durch den Flur. Dann bemerke ich, dass ich es selber bin. Ich schaue zu dem arroganten Arsch im Eingangsbereich und er grinst nur blöde zurück. Also drehe ich mich um und nehme die Treppe hoch in den zweiten Stock.
Ganz hinten links ist mein Büro. Ich öffne die Tür und schaue auf die siebziger Jahre Ausstattung. Überall Staub. Die Putzfrauen ignorieren diesen Raum. Wahrscheinlich denken sie, dass hier eh niemand arbeitet. Ich mache die Tür wieder zu und frage mich, ob ich Speer suchen soll. Sperr ist mein Kollege. Ich sehe ihn selten und ich denke, dass er dies begrüßt. Ansonsten verstehen wir uns so gut, wie es geht. Er hat so eine Art, Dinge hektisch anzugehen. Das geht mir auf den Sack. Außerdem ist er immer freundlich. Das macht uns wirklich nicht zu Brüdern.
Also will ich in die Kaffeeküche. Ich brauche Kaffee. Schwarz und heiß.

Vorne, an der Treppe, stürmt gerade Speer wie ein Stier um die Ecke und will die nächste Etage angehen. Wahrscheinlich eher aus den Augenwinkeln sieht er mich. Er stoppt abrupt, bleibt kurz stehen um sich zu vergewissern und kommt dann in meine Richtung. Drei Meter vor mir bleibt er stehen und blinzelt mich an. Er seufzt.
„Scheiße, Alter. Weißt du, wie du aussiehst. Verdammt, du siehst aus wie …, ich habe Krebskranke im Endstadium gesehen, die mehr Teint hatten.“
Ich überlege kurz, ob ein Leberhaken für mehr Freundlichkeit sorgen würde.
„Was hältst du davon, einfach den Mund zu halten und mich in Ruhe zu lassen. Ich geh mir einen Kaffee holen und hab dann einen Termin auf der Straße.“
War klar, dass er mir kein Wort glauben würde.
„Einen Scheiß hast du. Geifert dreht am Rad. Wir haben gerade ´ne Krisensitzung. Ich soll dich holen. Beweg deinen Arsch und komm mit.“
Er packt mich an der Armbeuge und will mich mitziehen. Ich knicke leicht in den Knien ein und werde zum Mount Everest. Nicht so kalt, aber so unbeweglich. Ich versuche es mit Unfreundlichkeit, in der Hoffnung, er lässt mich in Ruhe.
„Nimm den Kopf aus Geiferts Arsch, du Schwuchtel. Sag ihm, du hast mich nicht gefunden.“ Ich lüge. Natürlich. „Mir geht’s nicht gut. Ist wahrscheinlich ´ne Scheiß Grippe im Anflug. Du sabbelst mich hier voll, wie ein Kaninchen auf Speed. Was soll denn schon an einem Sonntagmorgen hier passiert sein?“
„Ein Mord, Karl. Ein Scheiß Mord. Würdest du also bitte deinen dicken Arsch bewegen.“
Er schaut mich angewidert an, dreht sich um und geht die Treppe rauf. Ich hasse ihn dafür, den kleinen Sack. Ich bin hier derjenige, der Leute stehen lässt und weggeht. Nicht er. Aber ich bin stolz auf ihn. Hab es ihm praktisch beigebracht.
Ein Mord. Ja, und? Das hier ist nicht fucking Micky-Maushausen. Also, warum sollte kein Mord passieren. Leute sterben dauernd.

Das ist wohl der Grund, warum ich bei der sogenannten Mordkommission so gut aufgehoben bin. Es ist mir scheiß egal, wenn fremde Menschen sterben. Nur bei Kindern werde ich wahnsinnig.

Wider besseres Wissen ruf ich Speer hinterher. „Und? Welcher dumme Hund hat sich abstechen lassen?“ Oder was auch immer passiert ist, murmele ich.
Speer schreit vom Treppenaufgang zurück. „Der Dumme Hund war, glaube ich, ein dicker Kumpel von dir. Und du hast Recht, er wurde abgestochen. In der AWD Arena. Gefunden wurde er heute Morgen bei Aufräumarbeiten in der Damentoilette.“
„Du hast dich verraten“, brülle ich zurück. „Ich habe keine Freunde, geschweige denn Kumpels.“

Nur ein Name kommt zurück. „Markus Leinz.“
Scheiße.

Ich wanke kurz. Muss mich an der Wand abstützen. Gut, Markus war kein richtiger Kumpel. Eine Kneipenbekanntschaft. Über Jahre schon. Aber er war wohl das, was einem Freund am nächsten kam. Freunde von mir werden nicht umgebracht. Das ist neu. Ich merke erstaunt, dass ich wohl gerade nüchtern geworden bin. Was ein Mist.

Meine Gedanken rasen. Ich sehe alles nur in kurzen Flashs. Wenn das Nüchternheit ist, dann ist es Mist.
Ich, die Treppen hoch … Flash … Speer steht vor der Tür, hat auf mich gewartet, öffnet sie … Flash … der Besprechungsraum, lauter Leute, vorne Geifert … Flash … ich gehe wie auf Eiern, lauter Leute schauen mich an. Geifert nickt zu Speer, der nickt ... Flash … ich sitze auf einem Stuhl, die Kollegen schauen mich alle schräg an, grinsen, einer schaut angeekelt, steht auf und öffnet ein Fenster … Flash … Geifert schüttelt den Kopf, er ist sauer … Flash … Geifert schaut auf ein Stück Papier, er sagt irgendwas ... Ich muss unbedingt was mitbekommen ... Flash … „Markus Leinz“ … Flash … „Damentoilette, um Sieben Uhr Dreißig, seine Position …“ Flash … „Todesursache war ein Stich ins Herz“ … Flash … „Es gibt keine Kampfspuren“ … Flash … „Zwei Mann überprüfen jeden vom Stadionpersonal, der sich in den letzten …“

Ich schüttele den Kopf, klinke mich aus. Ich kann nicht zuhören. Die scheiß Beamteninformationen bringen mir gar nichts. Ich weiß, wie es funktioniert. Heute tun sie so, als wäre ein verdammter Präsident oder so gestorben. Morgen ist alles andere wieder wichtiger. Sie kriegen raus, dass Markus ein kleiner Säufer war, der sich mit Gelegenheitsjobs Geld verdient hat. So ein kleiner Wichser kostet hier keine Ressourcen.
Der Witz an der Sache? Ich hatte Markus erst gesehen. Am Freitagnachmittag. Oder früher Abend, egal. Sind zu dem Spanier am Goetheplatz und haben was gegessen. Natürlich auch getrunken. Danach gesoffen. Hatte Markus irgendwas Relevantes erzählt? Was weiß denn ich? In einer Kneipe redet man, aber man sagt nichts. Man hört nicht zu. Sämtliche Geheimnisse, die einem anvertraut werden, bleiben Geheimnisse, weil sie am nächsten Tag schlicht vergessen sind.

Erinnerungen sind Hurensöhne. Sie kommen einfach. Weder klingeln sie, noch klopfen. Auf einmal sind sie da.

„Ey, Schimmi. Dein Lieblingspuff in der Scholvinstraße. Such Wagner und fahrt hin. Sofort.“
Ich mache zwei Schritte auf den Typen zu. „Lass den Scheiß. Ich heiße Karl. Der Witz hat ´nen Bart.“
Er lacht. „Reg dich nicht auf, Kleiner. Gib Gas jetzt.“
Mindestens seit der Bundeswehr muss ich mit diesem Scheißwitz leben. „Guck mal, Klein- Schimmi da will zu den Feldjägern. Mal richtig aufräumen.“ Da sagte es ein Gefreiter, der witzig sein wollte. Ein Gleichrangiger. Freitags, nach Dienstschluss habe ich ihn abgefangen. Er hat mich nie wieder Schimmi genannt.
Wagner und ich fahren in die Scholvinstraße.
„Moin, Markus. So früh am Morgen schon Ärger?“ Markus Leinz steht mit verschränkten Armen vor der Eingangstür.
„Kein Problem. Der Typ ist rotzzu.“
Ich schaue mir den Freier an. Die Nase ist gebrochen, er hat ein blaues Auge. Außerdem hält er sich die Hand. Vielleicht ist die auch gebrochen. Ich hieve die Schnapsleiche hoch. „Ey, Markus, wenn er so besoffen ist, warum hast du ihn dann so zugerichtet?“ Leinz zuckt mit den Schultern. Ich mochte ihn. Wir packen den Typen hinten in den Wagen. Markus hält mich zurück. „Klaus, wenn du willst, am Samstag kann ich dich mit ins Stadion nehmen.“
„Was für´n Stadion?“, frage ich. „Na, Niedersachsen-Stadion. Hannover. Hast Bock?“ Ich überlege. „Is gebongt.“ Er lächelt.
„Gut. Halb drei vor dem Tor, wo die Behinderten rein gelassen werden.“ Er klopft mir noch mal auf die Schulter, dreht sich um und geht. Keine Ahnung, wie er es immer schafft, ab und zu gute Sitzplätze zu ergattern, eigentlich steh ich nicht auf Fußball, aber wenigstens geht die Zeit herum.


Es ist zu ruhig im Raum. Scheiße. Geifert guckt mich an. Keiner redet. Wenn er vorher schon sauer war, ist er jetzt auf Hundertachtzig.
Ich rücke vor an den Tisch und lege die Hände Gebetsförmig darauf. „Was los? Hab ich was verpasst?“
„Karl, es tut mir so wahnsinnig leid, dich zu stören. Ich sagte, Speer und du sollt ins Stadion. Schaut, was ihr raus findet. Nächste Besprechung ist morgen früh, zehn Uhr. Heute Nachmittag bekomme ich einen mündlichen Zwischenbericht.“
Gott, ich liebe seine Art zu reden. „Alles klar. Soll ich die anderen einteilen oder willst du das machen?“ Irgendwas ist verkehrt gelaufen. Geifert schaut mich an, als will er mich schlagen. Andere räuspern sich oder wischen sich über die Augen. Ich bin ihnen peinlich.
„Karl, hättest du dich nicht auf rein körperliche Anwesenheit beschränkt, hättest du mitbekommen, dass ich Speer die Leitung übertragen habe.“
Ich schaue zu Speer. Er schaut stur auf die Wand, als würde da ein furchtbar spannender Film laufen. Es ist mir scheißegal, dass er die Leitung bekommen hat, aber dass mir der Sack nicht mal in die Augen gucken kann, regt mich echt auf.
Ich zucke absichtlich übertrieben mit den Schultern, damit Geifert sieht, dass ich ihn verstanden habe. Er reagiert. „Okay, Mädels. Auf geht’s. Bringt mir Ergebnisse.“
Alle stehen auf und verlassen schnell den Raum. Wahrscheinlich sind sie froh, endlich wieder an atembaren Sauerstoff zu kommen. Ich komme auch schwer auf die Füße und will gehen. Aber ich Arsch hätte mir denken können, dass daraus nichts wird. Ich hätte eine Zehn zu Eins Wette gegen mich selber abschließen sollen.
„Karl, du bleibst bitte noch eine Sekunde.“ Gewonnen.

Ich warte, bis die anderen aus der Tür sind und gehe wieder an meinen Platz am Ende des Tisches. So weit weg von ihm wie möglich. Es wird ihn wahnsinnig machen.
„Karl, willst du nicht weiter nach vorne zu mir kommen. Würde das Gespräch erleichtern.“ Ich schaue ihn an und ignoriere seine Aufforderung dabei.

Es folgt eine Operette. Oder Schmonzette. Nein, ein Film. Schemansky – Der Film. Teil Acht. Fünfte Wiederholung, auf einem billigen Sender.
Er: „Okay, wie du möchtest. Was ist los, Karl.“
Ich: „Nichts. Was meinst du. Geht’s genauer.“
Er: „Verarsch mich nicht. Hast du heute mal in einen Spiegel geschaut. Du siehst aus, wie ein Bahnhofspenner. Du kommst zu spät zum Dienst. Dauernd. Du stinkst. Es gibt nichts, was ich dir noch zutrauen würde. Deshalb darfst du in diesem Fall auch nur Speer hinterher dackeln. Lass es nicht an ihm aus. Es ist meine Entscheidung.“
Er wartet auf eine Reaktion. Ich werde sie ihm nicht liefern.
Er: „Hör auf zu saufen. Wechsel deine Klamotten. Reiß dich zusammen.“
Ich bin sauer. Stocksauer. Obwohl ich wusste, dass die Gardinenpredigt wieder kommt.
Aber fuck it. Ich mag Geifert. Wir arbeiten schon lange zusammen. Und bisher hat er immer meinen Rücken gedeckt. Ich beschließe, dass er eine Reaktion verdient hat.
„Ob ich saufe oder nicht, geht euch alle einen Scheißdreck an. Noch mach ich hier die meiste Arbeit. Ich mache Quote. Wo die anderen noch labern, bring ich dir Ergebnisse.
Also tu mir den Gefallen und geh mir nicht auf den Sack.“

Er tut mir nicht den Gefallen, sich provozieren zu lassen.
„Natürlich geht mich das was an. Kollegen beschweren sich über dich. Außerdem weiß ich nicht, was du tust. Du kommst und gehst, wie du willst. Ab und zu tauchst du mit einem kleinen Junkie auf, schreibst einen wirren Bericht und bist wieder tagelang weg. Hast du mal dein Büro angeschaut? Scheiße, mein Dachboden weist weniger Staub auf. Du sitzt hier, stinkst wie ein Iltis und siehst aus, als hättest du vier Tage nicht geschlafen. Was willst du noch hören?“
Fuck you, fuck you, fuck you.
„War´s das? Ich muss los.“ Ich stehe auf.
„Reiß dich zusammen oder ich schmeiße dich raus.“
Damit ist der Liebesfilm zu Ende. Ich stehe auf, gebe ihm den Finger und verlasse den Raum um Speer zu suchen.
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