Geschichten für Erwachsene

Re: Geschichten für Erwachsene

Beitragvon Heffalump » 21. Okt 2010, 14:07

Im Grunde setzt jeder Text einen erworbenen Wissenszusammenhang des Lesers voraus - mal größer, mal kleiner. Nehmen wir als Beispiel "Hutmachers Einsamkeit" - wer "Alice im Wunderland" nicht kennt, wird mit dem Text nichts anfangen können, weil er mit der Szenerie und den Figuren keinerlei Vorstellung verknüpft.
Das sagt aber nur etwas darüber aus, wie groß oder klein der denkbare Leserkreis ist - nicht über die Qualität des Textes selbst.
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Re: Geschichten für Erwachsene

Beitragvon Lies » 21. Okt 2010, 15:02

so ordne ich das auch ein, obwohl im vorliegenden Fall der Leserkreis der wirklich nichts von Chile mitgekriegt haben wird, bei den unter 12jährigen angesiedelt werden muss und mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mal da.

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Re: Geschichten für Erwachsene

Beitragvon murkele » 25. Okt 2010, 23:17

Auch wenn ich von Anfang wusste, welches Ereignis dich zu dem Text inspiriert hat, so sind mir zum Beispiel die Namen der Verschütteten nicht geläufig. Insofern hat mich der Satz über Ariel etwas irritiert (lass ihn drin!).
Und ich denke auch, ein anderer Titel täte der Geschichte gut.
Ansonsten ist es ein wunderbarer Text, toll geschrieben, der so schnell nicht los lässt. :)
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Re: Geschichten für Erwachsene

Beitragvon Fabiana » 25. Okt 2010, 23:27

so, und nun meine 3 cent.

ich habe dieses drama nicht wirklich verfolgen können, mich allerdings nach dem lesen umfangreich informiert.
was ich jedoch wusste war, dass menschen nach vielen wochen in einer elend engen kapsel knappe 700 meter nach oben befördert wurden.

mein erster gedanke?

'ach du scheiße'

mein zweiter:

'augen zu und zurück ins leben'

ein guter text, chili, allerdings ein paar wochen zu spät. die burschen hat man da unten schon so ausgiebig "bearbeitet", dass ich glaube, die intensität des innenlebens deines prots ist fast ein wenig zu viel.

aber das macht nichts. es gibt andere, die unverhofft aus ähnlichen todesangstsituationen befreit wurden. dein text könnte auf fast jeden in dieser lage zutreffen.
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Re: Geschichten für Erwachsene

Beitragvon Rachel5113 » 28. Okt 2010, 19:49

Auch wenn ich das Geschehen rund um die Rettung der Minenarbeiter verfolgt habe, bin ich nicht sofort beim Lesen auf diesen Gedanken gekommen, sondern bekam - wegen der Intensitaet und Dichte der Geschichte - eine Gaensehaut und es schlichen sich verschwommene, definitiv unangehme Erinnerungen in meinen Kopf.
Von einer Roehre, eng und kalt in halbwachem-, halbnarkotisierten Zustand, aengstlich und ausgeliefert...die Minuten vor Beginn einer Operation, wenn du in dieser merkwuerdigen Art von Roehre liegend an den OP-Platz geschoben und dann "umgelagert" wirst...

Gottseidank nahm deine Geschichte mich sehr schnell wieder mit ins Hier und Jetzt, haelt mich gefangen und ich lese sie ohne weitere stoerende Assoziationen durch.

Chili, ich finde sie sehr gelungen und luepfe meinen virtuellen Hut! :)

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