Oh Country, my Country

Oh Country, my Country

Beitragvon Tinka » 2. Mai 2011, 23:56

Dürre Finger klauben Kiesel vom Boden.
Spitze Steine um Haut zu zerschneiden
Augen zu treffen
Brüder zu morden.
Oh country, my country
Auf deinen Straßen, wandeln die Toten.
Deine Armee der Verhungerten
Erweckt durch einen Laib Brot
Getrieben durch Hoffnung - zu essen, zu leben
Werden deine Kinder zu Söldnern der Not
Oh country, my country
Im Strudel der Wut - gefangen
Werden aus Söldnern
Wütende Kinder, die
Todesangst in den Augen
Um ihr Leben kämpfend
Weinend
Ihren Vätern den Schädel spalten
Oh country, my country
Mein Rücken voller Striemen deiner Macht
Meine Schläfen verzieren das Pflaster mit Blut
Meine Brüder schlugst du im Käfig zu Staub
Deine Eisenstangen graben sich in meinen Mut
Doch
Oh country, my country
Meine Brüder tragen mich fort
Ich reite auf ihren Schultern und singe
Wir sind eins
Wir sind stark
Und auch wenn unsere Knochen brechen
Unser Wille bricht nicht
Oh country, my country
Wir werden hier stehen
Schulter an Schulter
Siegen oder Sterben
Aber nicht weichen
Nie mehr, nie wieder
Wenn du aus Brüdern Feinde machst
Werden Fremde zu Brüdern
Wir sind eins
Du bist nichts
Oh country, my country
Dein Vater streichelt deinen Kopf
Sanft, sanft
Fürchte dich nicht
Vater, oh Vater
Sind wir nicht deine Kinder?
Ich liebe euch,
Ich liebe euren Mut.
Mit leeren Worthülsen feuerst du auf unsere Seele
Scharfe Munition
Giftpfeile gegen Freiheit
Tränen in unseren Augen
Gas aus deinem Schoß
Doch du kannst uns nicht treffen
Wir sind nicht deine Kinder
Nicht mehr, nie wieder
Oh country, my country
Noch saugst du wohlgenährt Leben aus der Nabelschnur
Doch unsere Messer sind scharf und
Wir sind eins.
Oh country, my country
Wenn du aus Brüdern Feinde machst
Werden Fremde zu Brüdern
Wir sind eins
Du bist nichts
Schulter an Schulter stehen wir
Singen zu den Fahnen unsere Zukunft
Und auch wenn unsere Knochen brechen
Unser Wille bricht nicht
Schulter an Schulter stehen wir
Siegen oder Sterben
Aber nicht weichen
Oh country, my country
Die Welt schaut uns zu
Wie wir singen
Wie wir zerbrechen
Wie wir wanken
Wie wir überleben
Aufstehen
Weitergehen
Den Sonnenaufgang sehen
Die Strahlen einer neuen Zeit spüren
Und unsere Kinder in die Zukunft führen
Oh country, my country
Du bist nichts
Wir sind eins
Du wirst fallen
Zerbröckeln, zerschellen
Oh country, my country
Du bis nichts
Wir sind eins
Doch du wirst siegen
Weil wir siegen
Deine Dämonen vertreiben
Geschwüre aus deinem Fleische schneiden
Oh country, my country
Schulter an Schulter stehen wir
Singen zu den Fahnen unserer Zukunft
Und im Sonnenlicht des Morgens
Heilen unsere Wunden
Fallen sich Brüder in die Arme
Und klauben Kiesel vom Boden
Um eine Neue Welt zu bauen
Oh country, my country
Schulter an Schulter stehen wir
Singen zu den Fahnen unserer Zukunft
Und wir sind eins
Und wir sind stark
Und du bist alles
Tinka
 
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Re: Oh Country, my Country

Beitragvon Fabiana » 3. Mai 2011, 13:05

Die Vorrechte der Jugend sind:

- zu rebellieren

- voller Optimismus zu sein

- die Welt verbessern zu wollen

Erhalte Dir all das, so lange es nur geht, liebe Tinka, die Ernüchterung kommt eh viel zu früh. ;-)

Kleiner Tipp:

"Noch saugst du wohlgenährt Leben aus der Nabelschnur" ... das wohlgenährt halte ich für überflüssig.

So lange es Menschen gibt, werden Menschen solche Gedichte schreiben.
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Re: Oh Country, my Country

Beitragvon Heffalump » 5. Mai 2011, 11:21

Wieviel eindringlicher ist doch so ein Gedicht als die Flut von Fernsehbildern, die wir täglich aufnehmen - wenn wir sie denn noch aufnehmen können.

Der alte Satz "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" muss heute, im Zeitalter der visuellen Massenmedien, umgekehrt werden.
Ein Wort sagt mehr als tausend Bilder.
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Re: Oh Country, my Country

Beitragvon Joringel » 7. Mai 2012, 12:00

"Ein Wort sagt mehr als tausend Bilder" - Heffalump, du irrst. Ein Wort sagt einem nichts, absolut nichts, wenn es dazu nicht Bilder im Gedächtnis gibt.
Was sagt ein völlig unbekanntes Wort aus? Welches Bild hat man von dem Begriff? Keines!
Es braucht erst die Bilder, ehe Worte völlig verständlich werden.
Ich hoffe, Tinkas trauriges Gedicht beruht "nur" auf in Medien gesehenen Bildern, nicht auf selbst erlebten.

Liebe Grüße
Joringel
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